Weltstillwoche

Heute endet die Weltstillwoche. Als Hebamme sagte ich immer: „Stillen ist wichtig für Mutter und Kind – aber nicht um jeden Preis.“ Ich selbst wollte stillen, dachte, unser Stillbeginn wird easy. Das war er nicht. Wunde schmerzende Brustwarzen, tausend Tränen, IBU, Vasospasmus, Brustdonats, Calcium und Magnesiumpillen, Milchstau, Fieber. Wärmen, kühlen, abpumpen, füttern.

Ich habe mich noch nie in meinem Leben so krank gefühlt. „Wenn du das Kind im Arm hälst ist aller Schmerz vergessen!“ F*** you, würde ich jetzt sagen, der Schmerz ging weiter. Fast sechs Wochen. Aber ich hielt dran fest. „Extrem leidensfähig“, nannte mich mein Mann besorgt. Auch als Hebamme war die Hebamme für mich in dieser Zeit Gold wert.

Wir haben es geschafft. Jetzt ist stillen easy. Ich mag sehr, dass ich überall stillen kann und die perfekte Nahrung für mein Kind gut temperiert immer verfügbar ist. Es ist so praktisch. Ich mag, dass Willem den Schnuller nimmt und ihn Mama und Papa beruhigen können und nicht nur die Brüste. Mein Mutterglück fühle ich besonders, wenn mein Kind mich anstrahlt. Das passiert oft, wenn es von meiner Brust satt und zufrieden aufschaut, aber auch wenn ich mit ihm albern bin oder es im Arm wiege.

„Stillen ist wichtig für Mutter und Kind, aber nicht um jeden Preis.“ Wie hoch der Preis sein darf, sollte jede Frau allein für sich bestimmen. Die Brüste machen keine gute Mutter.

 

 

 

 

1 Kommentare

  1. Oh, das spricht mir so aus der Seele! Ich hab bei allen drei Kindern furchtbar gelitten unter bereits im Kreißsaal und weiteren 4-6 Wochen blutenden Brustwarzen, mehreren Entzündungen und furchtbaren Vasospasmen – viele Hebammen wussten gar nicht, was das ist und geholfen hat letztlich auch nichts. Ich hab mich auch durchgebissen, weil ich es unbedingt wollte, aber ob das wirklich sein muss, um jeden Preis? Ich weiß nicht…

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